Therapeutisches Puppenspiel

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Der Workshop "Therapeutisches Puppenspiel" fand im Stadtmuseum München statt und wurde von der Gesellschaft zur Föderung des Puppenspiels organisiert. Die Leiterin Magdalena Trischler gab an diesem Wochenende zehn höchst interessierten Teilnehmerinnen aus den unterschiedlichsten Bereichen einen umfassenden und erlebnisreichen Einblick in die Arbeit des therapeutischen Puppenspiels.

Beim therapeutischen Puppenspiel liegt der Schwerpunkt nicht auf perfekt gestalteten Figuren und einer makellosen Inszenierung. Hier ist der Klient (vorwiegend das Kind) Regisseur und Spieler seiner eigenen Geschichten. Durch die Materialisierung innerer Bilder werden Probleme oder Traumata sicht- und greifbar und geben die Chance, Lösungsmöglichkeiten zu entdecken. Die 2007 verstorbene Schweizer Puppenspieltherapeutin Käthy Wüthrich leistete hier wegweisende Arbeit. Nach ihrer Methode arbeitet auch Magdalena, die seit 2015 als Künstlerin und Therapeutin freiberuflich tätig ist.

Ein Kernpunkt der Methode ist die Symbolkraft, die in den Figuren, Requisiten und Orten steckt. Durch kleine Spiele und Übungen erschlossen sich uns Bedeutungsinhalte, die immer wieder überraschend waren. Ein weiteres Herzstück ist das Spiel nach der Dreierdynamik. Mit der Auswahl von drei Figuren und drei Requisiten wurden wir aufgefordert eine Geschichte zu improvisieren. Auch hier war so manch einer verblüfft, was ohne Planung aus dem Moment heraus entstand. Schließlich ermöglichte es Magdalena auch noch allen, eine eigene Handpuppe zu schöpfen. Das Herstellen einer eigenen Figur ist noch einmal eine intensive Erfahrung mit dem eigenen Ich und für den therapeutischen Prozess von großer Wichtigkeit.

Auch wenn im Verlauf des Wochenendes das ein oder andere schwere Thema angesprochen wurde, gab es immer wieder herrlich heitere und amüsante Momente. Mit großer Sensibilität schaffte Magdalena eine sehr intensive und konzentrierte Atmosphäre und gewährte gleichzeitig jedem seinen eigenen Schutzraum.

Jeder von uns wird nach diese Wochenende anders mit diesem Thema weiter arbeiten, aber alle sind wir überzeugt davon: „Spielen ist heilsam“.

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